Gut vorbereitet und doch etwas neugierig erwarten die Drittklässler der Laaberer Grundschule Frau Knappe vom Blindenbund Regensburg, die von Frau Schneider begleitet wird. Die Kinder haben viele Fragen. Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Schüler im Heimat- und Sachunterricht mit dem Thema Auge. Für die meisten Kinder ist es selbstverständlich, die Welt optisch wahrzunehmen. Manche besitzen vielleicht eine Brille und wissen, wie es ist, wenn man Dinge nicht so gut erkennen kann. Doch wie ist es, wenn man kaum etwas oder gar nicht sieht? Wie kann man den Alltag ohne Augenlicht meistern? Frau Knappe erzählt, wie sie selbst vor 16 Jahren erkrankte und ihr Sehvermögen größtenteils verlor. „Ich habe jetzt ein Glasauge und habe nur 5% Sehvermögen. Ich sehe wie durch Nebel, Farben kann ich nicht unterscheiden.“, erklärt sie anschaulich. Gebannt hören die Kinder der Frau zu und sind beeindruckt, wie sie ihren Alltag mit Hilfsmitteln meistert. Frau Knappe gibt kund, dass ihr und vielen Blinden wichtig ist, selbstständig zu sein. Deswegen hat sie auch gelernt mit dem Blindenstock zurecht zu kommen. Dieses Training dauerte 60 Stunden. Nicht nur der Blindenstock, sondern auch die sprechende Uhr, das Faltgerät zum Erkennen der Geldscheine, Farberkennungsmaschine etc. erleichtern ihr den Alltag. Die Kinder dürfen selber verschiedene Dinge ausprobieren oder sich mit präparierten Brillen in die Lage verschiedener Sehbehinderungen hineinversetzen und mit dieser Einschränkung fühlen, wann ein Glas Wasser voll ist. Schnell weist Frau Knappe die die Kinder in die Brailleschrift ein und entschlüsselt mit ihnen die Botschaft, die Frau Schneider in Brailleschrift an die Tafel geschrieben hat. Erstaunt sind die Kinder, wie viel ein Blindenhund kostet und dass Blindenhunde eine Ausnahmegenehmigung haben. Die Vierbeiner dürfen, aber nur wenn sie das Führgeschirr tragen, zum Beispiel in die Metzgerei, in die Bäckerei oder auf die Grünfläche in den Park gehen. Frau Knappe macht den Kindern auch klar, dass man die Hunde erst streicheln darf oder ihnen ein Leckerli geben darf, wenn sie kein Führgeschirr tragen, da sie sonst abgelenkt werden und der Blinde in Gefahr gebracht werden kann. Viel zu schnell verging die Doppelstunde, aber viele "Wie geht das?"-Fragen konnten durch die Expertin geklärt werden. An dieser Stelle noch einmal ein ‚Herzliches Dankeschön‘ an Frau Knappe für die authentische und kindgerechte Vermittlung der Inhalte.